In der zunehmend komplexen Regulierungslandschaft stehen Compliance-Abteilungen unter zunehmendem Druck, vielfältige Compliance-Pflichten in verschiedensten Bereichen zu verwalten – von der DSGVO und dem Datenschutz bis hin zu Anti-Korruptionsvorschriften, Sanktionen und branchenspezifischen Anforderungen. Contract Lifecycle Management (CLM)-Systeme bieten eine oft übersehene, aber leistungsstarke Lösung für diese Herausforderungen. Das setzt jedoch voraus, dass sie korrekt und unter Einbeziehung der Compliance-Abteilung konzipiert sind.
Bei ordnungsgemäßer Implementierung bieten CLM-Systeme erhebliche Vorteile, die direkt auf die zentralen Herausforderungen von Compliance-Experten eingehen:
Um den Wert von CLM-Systemen für sich zu maximieren, sollten Compliance-Abteilungen eine umfassende Bewertung in sechs kritischen Dimensionen durchführen:
Die Beziehung zwischen CLM-Systemen und Compliance-Funktionen sollte symbiotisch sein und nicht nur tangential. Wenn Compliance-Experten sich aktiv an der Implementierung und Governance von CLM-Systemen beteiligen, werden diese Systeme zu leistungsstarken und effizienten Compliance-Instrumenten.
Diese symbiotische Beziehung basiert auf den Prinzipien „Compliance by Design“ und „Compliance by Default“ – Ansätze, die zunehmend als unverzichtbar für moderne Compliance-Funktionen anerkannt sind. Bei der Implementierung über CLM-Systeme werden bei „Compliance by Design“ regulatorische Anforderungen und Kontrollen von Anfang an direkt in Vertragsvorlagen, Workflows und Genehmigungsprozesse eingebettet, sodass kostspielige Nachbesserungen nach Vertragsschluss entfallen. „Compliance by Default“ nutzt die CLM-Plattform, um automatisierte Kontrollen und Standardeinstellungen zu etablieren, die Compliance ohne ständige menschliche Eingriffe aufrechterhalten – vorab genehmigte, konforme Formulierungen werden automatisch in Vorlagen eingefügt, während Abweichungen automatisch Review- oder Freigabeworkflows auslösen.Unternehmen, die Compliance nicht in die CLM-Gestaltung einbeziehen, laufen Gefahr, komplexe Systeme zu schaffen, die ihr Ziel verfehlen – sie automatisieren Prozesse, lassen jedoch kritische Compliance-Lücken unberücksichtigt. Umgekehrt können Unternehmen, die Compliance als zentralen Stakeholder in CLM-Initiativen positionieren, das volle Potenzial dieser Plattformen ausschöpfen und so eine ideale Kombination schaffen.